Chronische Rückenschmerzen: Warum die Ursache oft nicht dort liegt, wo es wehtut
- Patrick Wentorp

- 2. Jan.
- 9 Min. Lesezeit
Du liegst nachts wach, weil der Schmerz im unteren Rücken einfach nicht aufhören will. Das MRT hat einen Bandscheibenvorfall gezeigt. Der Orthopäde meinte: "Das ist halt so, damit müssen Sie leben." Die Physiotherapie hat ein paar Wochen geholfen, aber jetzt ist alles wieder wie vorher. Schmerzmittel werden zur täglichen Routine.
Diese Geschichte kennst du? Du bist nicht allein. Millionen Menschen durchlaufen dieselbe frustrierende Odyssee. Aber was, wenn ich dir sage, dass der Bandscheibenvorfall möglicherweise gar nicht das eigentliche Problem ist?
In diesem Artikel erfährst du, warum viele chronische Rückenschmerzen trotz perfekter Diagnose und Behandlung nicht verschwinden, was neuroplastische Schmerzen sind, und wie ein revolutionärer Behandlungsansatz 66% der Betroffenen schmerzfrei gemacht hat – ganz ohne Operation oder Medikamente.
Das Rätsel der chronischen Rückenschmerzen
Chronische Rückenschmerzen sind ein Massenphänomen. In Deutschland leidet etwa jeder fünfte Erwachsene darunter. Die meisten haben eine umfassende Diagnostik hinter sich: Röntgen, MRT, manchmal sogar CT. Viele haben Physiotherapie gemacht, Schmerzmittel genommen, manche wurden operiert.
Und trotzdem: Der Schmerz bleibt. Oder er kommt nach kurzer Besserung zurück.
Die verwirrenden Fakten:
Behandlungen helfen oft nur kurzfristig
Der Schmerz besteht, obwohl "strukturell alles behandelt wurde"
Manchmal wird er sogar schlimmer, ohne dass sich etwas verändert hat
Das führt zu einer unbequemen Frage: Warum hilft die Behandlung nicht, wenn wir doch die scheinbare Ursache kennen?
Um das zu verstehen, müssen wir zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Kategorien von Rückenschmerzen unterscheiden:
1. Strukturelle oder körperliche Probleme Das sind echte Gewebeschäden: Frakturen, akute Entzündungen, Tumore, frische schwere Verletzungen. Diese Schmerzen haben eine klare körperliche Ursache, die behandelt werden muss.
2. Nicht-strukturelle oder funktionelle Schmerzen Das sind Schmerzen, bei denen trotz gründlicher Diagnostik keine klare körperliche Ursache gefunden wird – oder bei denen die gefundenen "Auffälligkeiten" nicht zur Schwere der Beschwerden passen.
Die zweite Kategorie macht etwa 85% aller chronischen Rückenschmerzen aus. Und genau hier beginnt es interessant zu werden.
Der Fehlstellungs-Mythos: Was Studien wirklich zeigen
Die gängige Annahme lautet: "Dein Rücken schmerzt, weil du eine Skoliose, einen Bandscheibenvorfall oder ein Wirbelgleiten hast." Diese Erklärung klingt logisch – aber sie stimmt oft nicht.
Was passiert, wenn man schmerzfreie Menschen untersucht?
Eine bahnbrechende Studie von Forschern der Mayo Clinic hat genau das getan: Sie haben MRT-Aufnahmen von über 3.000 Menschen ohne Rückenschmerzen systematisch ausgewertet und nach "Schäden" gesucht.
Die Ergebnisse der Studie (Brinjikji et al., 2015) sind verblüffend:
37% der 20-Jährigen ohne Schmerzen haben Bandscheibendegenerationen
30% der 20-Jährigen ohne Schmerzen haben Bandscheibenvorfälle (Protrusion)
60% der 50-Jährigen ohne Schmerzen haben Bandscheibenvorfälle
84% der 60-Jährigen ohne Schmerzen haben Bandscheibendegenerationen
96% der 80-Jährigen ohne Schmerzen haben degenerative Veränderungen
Lies das noch einmal: Die Mehrheit der Menschen über 50 hat Bandscheibenvorfälle – und keinerlei Schmerzen.
Das gilt auch für andere "Fehlstellungen"
Ähnliche Befunde gibt es für Skoliose und andere Wirbelsäulenveränderungen: Viele Menschen mit deutlichen Abweichungen haben keine Schmerzen, während andere mit minimalen Auffälligkeiten unter massiven Schmerzen leiden. Es gibt keine lineare Korrelation zwischen dem Grad der Fehlstellung und der Schmerzintensität.
Was bedeutet das?
Die logische Schlussfolgerung: Wenn so viele Menschen mit strukturellen "Schäden" schmerzfrei leben, können diese "Schäden" nicht die alleinige oder Hauptursache der Schmerzen sein.
Das bedeutet nicht:
Dass strukturelle Probleme nie Schmerzen verursachen
Dass dein Schmerz "nicht real" ist
Dass du dir das einbildest
Dass deine Beschwerden nicht ernst zu nehmen sind
Das bedeutet: Es gibt offensichtlich noch einen anderen Mechanismus, der Schmerzen erzeugen kann – auch ohne strukturelle Ursache. Und dieser Mechanismus sitzt im Nervensystem.
Die Boulder Back Pain Study: Ein wissenschaftlicher Durchbruch
2021 wurde eine Studie veröffentlicht, die das Verständnis von chronischen Rückenschmerzen revolutionieren könnte. Forscher der University of Colorado Boulder haben 151 Menschen mit chronischen Rückenschmerzen untersucht – und dabei beeindruckende Ergebnisse erzielt.
Was wurde untersucht?
Die Studie, veröffentlicht in JAMA Psychiatry, war eine randomisierte, kontrollierte Studie mit drei Gruppen:
Gruppe 1: Pain Reprocessing Therapy (PRT) – eine psychologische Behandlung
Gruppe 2: Placebo-Injektion (die Teilnehmer wussten, dass es ein Placebo ist)
Gruppe 3: Normale Weiterbehandlung wie bisher
Die Teilnehmer:
151 Personen mit chronischen Rückenschmerzen
Durchschnittliche Schmerzdauer: über 10 Jahre
Schmerzintensität: 4 von 10 oder höher
Die Behandlung: Pain Reprocessing Therapy (PRT)
PRT basiert auf einer einfachen, aber radikalen Idee: Das Gehirn kann lernen, Schmerzen zu erzeugen, obwohl keine wirkliche Verletzung vorliegt – und es kann auch lernen, damit aufzuhören.
Die Behandlung bestand aus:
Einem Gespräch mit einem Arzt, der erklärte, dass die Schmerzen vom Nervensystem erzeugt werden
8 psychologischen Sitzungen über 4 Wochen
Techniken, um das Gehirn "umzutrainieren" – Schmerz als Fehlalarm zu erkennen
Keine Medikamente, keine physischen Interventionen, keine Operationen
Die Ergebnisse sind dramatisch:
Nach nur 4 Wochen Behandlung:
66% der PRT-Gruppe waren schmerzfrei oder nahezu schmerzfrei (Schmerzskala 0-1 von 10)
Placebo-Gruppe: 20% schmerzfrei
Kontrollgruppe (normale Behandlung): 10% schmerzfrei
Noch beeindruckender: Die Erfolge hielten an. Nach einem Jahr waren die meisten Teilnehmer der PRT-Gruppe immer noch schmerzfrei.
Was zeigten die Gehirnscans?
Die Forscher machten auch funktionelle MRT-Aufnahmen und konnten Veränderungen im Gehirn nachweisen:
Veränderte Aktivität in schmerzverarbeitenden Gehirnregionen
Das Gehirn hatte tatsächlich "gelernt", die Signale anders zu interpretieren
Objektive, messbare Veränderungen – kein Placebo-Effekt
Wichtige Einordnung
Diese Studie ist wissenschaftlich hochwertig und wurde in einem der renommiertesten medizinischen Fachjournale veröffentlicht.
Aber:
Es funktionierte nicht bei jedem (34% hatten weiterhin Schmerzen)
Es braucht die richtige Diagnose: Sind die Schmerzen wirklich neuroplastisch?
Es bedeutet nicht "der Schmerz ist psychisch" – er ist neurobiologisch real
Was diese Studie aber eindeutig zeigt: Ein erheblicher Teil chronischer Rückenschmerzen entsteht durch Veränderungen im Nervensystem, nicht durch strukturelle Schäden. Und diese Schmerzen können durch gezielte Interventionen behandelt werden.
Neuroplastische Schmerzen verstehen
Jetzt wird es Zeit, den Begriff zu erklären, der in diesem Artikel schon mehrfach gefallen ist: neuroplastische Schmerzen.
Was sind neuroplastische Schmerzen?
Einfach gesagt: Dein Nervensystem erzeugt Schmerzen, obwohl keine Gewebeschädigung vorliegt. Das Gehirn interpretiert harmlose Körpersignale als gefährlich und generiert daraufhin ein Schmerzsignal – ein Fehlalarm des Nervensystems.
Das klingt abstrakt, lässt sich aber gut nachvollziehen, wenn man versteht, wie unser Schmerzerleben funktioniert.
Wie Schmerz wirklich entsteht
Anders als viele denken, ist Schmerz nicht einfach ein Signal, das vom verletzten Körperteil ins Gehirn gesendet wird. Schmerz ist ein Output des Gehirns – eine Interpretation von Signalen, die das Gehirn als bedrohlich einstuft.
Das Gehirn fragt ständig: "Ist das gefährlich?" Wenn die Antwort "Ja" lautet, erzeugt es Schmerz – als Warnsignal und Schutzreaktion.
Bei akuten Verletzungen ist das sinnvoll. Bei chronischen Schmerzen läuft dieser Mechanismus jedoch oft aus dem Ruder.
Zwei Wege zu neuroplastischen Schmerzen
Neuroplastische Schmerzen können auf zwei verschiedenen Wegen entstehen:
Weg 1: Nach einer Verletzung (der Schmerz bleibt)
Phase 1: Akuter Schmerz (normal und sinnvoll)
Du verletzt dich, zum Beispiel durch einen Hexenschuss, Unfall oder Überlastung
Dein Nervensystem sendet Schmerzsignale – völlig normal und wichtig
Der Schmerz warnt dich: "Vorsicht, hier ist etwas kaputt!"
Der Körper heilt (normalerweise nach 6-12 Wochen)
Phase 2: Der Schmerz bleibt (das Problem)
Obwohl das Gewebe geheilt ist, bleiben die Schmerzsignale
Das Nervensystem hat sich verändert – es ist sensibilisiert
Das Gehirn interpretiert harmlose Signale als Gefahr
Ein "Schmerzgedächtnis" hat sich entwickelt
Weg 2: Ohne vorherige Verletzung (der Schmerz entsteht)
Und hier wird es besonders interessant: Neuroplastische Schmerzen können auch ohne jede vorherige Verletzung entstehen. Wie ist das möglich?
Das Nervensystem lernt Schmerz aus anderen Gründen:
Chronischer Stress und emotionale Belastung
Anhaltender beruflicher oder privater Stress
Unverarbeitete Emotionen (Wut, Trauer, Angst)
Das Nervensystem ist dauerhaft in Alarmbereitschaft
Das Gehirn interpretiert normale Körpersignale als bedrohlich
Angst vor Schmerz oder Bewegung
Du hast gesehen, wie andere mit Rückenschmerzen kämpfen
Ein Arzt hat gesagt: "Ihre Wirbelsäule ist degeneriert"
Du entwickelst Angst vor bestimmten Bewegungen
Diese Angst allein kann das Nervensystem sensibilisieren
Perfektionismus und hohe Selbstanforderungen
Ständiger innerer Druck
Das Gefühl, nie gut genug zu sein
Keine Erlaubnis zur Pause oder Schwäche
Das Nervensystem reagiert mit Schmerz als "Notbremse"
Frühere traumatische Erfahrungen
Auch lange zurückliegende belastende Erlebnisse
Das Nervensystem bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft
Schmerz kann eine Form sein, wie der Körper darauf reagiert
Ein typisches Szenario ohne Verletzung: Du sitzt viel im Büro, bist gestresst, hast hohe Ansprüche an dich selbst. Eines Tages, ohne konkrete Verletzung, fängt der Rücken an zu schmerzen. Zunächst nur leicht, dann immer stärker. Kein Unfall, kein Hexenschuss – der Schmerz ist einfach da. Das MRT zeigt "altersübliche Veränderungen", aber nichts Dramatisches. Trotzdem werden die Schmerzen chronisch.
Die Schmerzspirale
Egal, wie neuroplastische Schmerzen entstanden sind – sie erzeugen oft einen Teufelskreis:
Schmerz → du hast Angst vor Bewegung oder bestimmten Aktivitäten
Angst → du vermeidest diese Aktivitäten, das Nervensystem wird empfindlicher
Vermeidung → soziale Isolation, Angst verstärkt sich
Mehr Schmerz → die Spirale dreht sich weiter
Dazu kommt: Stress, Angst und emotionale Anspannung verstärken die Schmerzen zusätzlich. Das Nervensystem wird immer empfindlicher – Fachbegriff: zentrale Sensibilisierung.
Wichtig: Psychosomatisch ≠ Einbildung
Dieser Punkt muss ganz klar sein:
Der Schmerz ist 100% real
Er ist messbar im Gehirn (wie die Boulder-Studie zeigte)
"Psychosomatisch" bedeutet nur: Körper und Geist sind verbunden
Emotionaler Stress kann echte körperliche Schmerzen erzeugen
Das ist keine Schwäche, keine Einbildung, sondern normale Neurobiologie
Dein Gehirn erzeugt den Schmerz in dem Versuch, dich zu schützen. Es ist ein übervorsichtiges Alarmsystem – gut gemeint, aber fehlgeleitet.
Woran erkennst du neuroplastische Schmerzen?
Es gibt typische Muster, auf neuroplastische Schmerzen hindeuten:
Trat der Schmerz zum ersten Mal in einer stressigen Lebensphase auf?
Ist die Schmerzintensität unregelmäßig (mal stärker, mal schwächer)?
Begann der Schmerz ohne körperliche Verletzung?
Trat der Schmerz nach einer Verletzung auf, aber hielt auch nach der normalen Heilungszeit weiter an?
Hast du Schmerzen in verschiedenen Körperteilen oder weitere Beschwerden, die psychosomatische Ursachen haben könnten (chronische Müdigkeit, Verdauungsprobleme)?
Verändern sich die Schmerzen im Laufe der Zeit und/oder breiten sich aus?
Verschlimmert sich der Schmerz unter Stress?
Lässt der Schmerz nach, wenn du einer Aktivität nachgehst, die dir Spaß macht?
Gibt es Schmerzauslöser, die nichts mit dem Körper zu tun haben? (das Wetter, bestimmte Personen, die Arbeit, ...)
Tritt der Schmerz auf beiden Seiten des Körpers auf?
Fehlt eine klare körperliche Diagnose oder gibt es eine Vielzahl von (widersprüchlichen) Diagnosen, die nicht zur Heilung der Schmerzen beigetragen haben?
Tritt der Schmerz verzögert auf (Stunden oder einen Tag nach der Aktivität)?
Treffen diese Beschreibungen zumindest teilweise auf dich zu: Sich oft Sorgen machen, Sich selbst unter Druck setzen, Perfektionismus, Anderen gefallen wollen, allgemeine Ängstlichkeit?
Wenn mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen, könnten deine Schmerzen neuroplastisch sein.
Die gute Nachricht
Was das Nervensystem gelernt hat, kann es auch wieder verlernen. Genau das zeigt die Boulder-Studie: Mit den richtigen Techniken kann das Gehirn lernen, die Schmerzsignale neu zu interpretieren – als das, was sie sind: Fehlalarme, keine echte Bedrohung.
Ein Paradigmenwechsel in der Schmerzbehandlung?
Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Zukunft der Schmerztherapie?
Das alte Modell
So funktionierte Schmerzbehandlung bisher:
Schmerz = Schaden im Körper
Strategie: Finde den Schaden, repariere ihn
Wenn das nicht hilft: Schmerzen "managen" mit Medikamenten oder lernen, damit zu leben
Das neue Verständnis
Die moderne Schmerzforschung sagt:
Schmerz = Output des Nervensystems
Bei chronischen Schmerzen: Oft ein "Fehlalarm"
Das Nervensystem kann umtrainiert werden
Schmerzen sind nicht nur "managebar", sondern oft heilbar
Was das für Betroffene bedeutet
Hoffnung statt Resignation:
Du bist nicht "kaputt" oder "austherapiert"
Dein Schmerz kann verschwinden, nicht nur gelindert werden
Es gibt konkrete, wissenschaftlich fundierte Methoden
Neue Behandlungsansätze:
Pain Reprocessing Therapy (PRT)
Emotional Awareness and Expression Therapy (EAET)
Neurowissenschaftliche Schmerzaufklärung
Mind-Body-Ansätze wie Meditation, Qi Gong, Atemarbeit
Wichtig: Die richtige Diagnose
Nicht jeder chronische Schmerz ist neuroplastisch. Deshalb ist eine gründliche Abklärung essenziell:
Schritt 1: Ernsthafte Erkrankungen ausschließen
Frakturen, Tumore, Entzündungen müssen behandelt werden
Eine sorgfältige medizinische Untersuchung ist unverzichtbar
Schritt 2: Muster erkennen
Passt dein Profil zu neuroplastischen Schmerzen?
Gibt es strukturelle Befunde, die die Schmerzen wirklich erklären? Oder sind es typische Muster neuroplastischer Schmerzen?
Schritt 3: Individueller Behandlungsplan
Welcher Ansatz passt zu deiner Situation?
Kombination verschiedener Methoden möglich
Die Herausforderung
Der Paradigmenwechsel ist in vollem Gang – aber er ist noch nicht überall angekommen:
Viele Ärzte kennen diesen Ansatz noch nicht
Das Gesundheitssystem ist stark auf strukturelle Behandlung ausgerichtet
Betroffene müssen oft lange suchen, bis sie zu diesem Ansatz finden
Erste Schritte: Was du jetzt tun kannst
Du erkennst dich in dieser Beschreibung wieder? Hier sind konkrete nächste Schritte:
1. Informiere dich weiter
Wissen ist der erste Schritt zur Heilung:
Lies über neuroplastische Schmerzen und die neurowissenschaftlichen Grundlagen
Verstehe, wie dein Nervensystem funktioniert
Empfohlene Bücher: "The Way Out" von Alan Gordon (Deutsche Übersetzung: "Wege aus dem Schmerz"), "Unlearn Your Pain" von Dr. Howard Schubiner
2. Prüfe, ob deine Schmerzen neuroplastisch sein könnten
Gehe die Checkliste aus diesem Artikel noch einmal durch:
Wie lange hast du die Schmerzen schon?
Gibt es eine klare strukturelle Ursache?
Verändern sich die Schmerzen je nach Stress oder Emotion?
3. Suche die richtigen Experten
Nicht jeder Therapeut arbeitet mit diesem Ansatz:
Schmerzpsychologen, die PRT oder ähnliche Methoden anbieten
Berater, die auf neuroplastische Schmerzen spezialisiert sind
Wichtig: Jemand, der diesen Ansatz versteht und nicht nur "klassische" Schmerztherapie macht
4. Sei geduldig mit dir
Heilung braucht Zeit:
Das Nervensystem braucht Zeit zum Umlernen
Rückschläge sind normal und kein Scheitern
Der Weg ist nicht linear – aber das ist okay
Was du vermeiden solltest
Weitere invasive Diagnostik ohne klare medizinische Indikation
Dich auf die endlose Suche nach dem "einen fehlenden Befund" machen
In Schonhaltung und Angst verharren
Dich mit der Diagnose "damit müssen Sie leben" abfinden
Fazit: Es gibt Hoffnung und Unterstützung für dich
Wenn du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, bist du vielleicht jemand, der seit Jahren mit chronischen Rückenschmerzen kämpft. Vielleicht hast du schon viele Behandlungen ausprobiert. Vielleicht hat dir jemand gesagt, du müsstest "damit leben lernen".
Die wichtigste Botschaft dieses Artikels: Das muss nicht so sein.
Die Wissenschaft zeigt klar:
Viele strukturelle "Auffälligkeiten" in der Wirbelsäule sind normal und verursachen keine Schmerzen
Ein großer Teil chronischer Rückenschmerzen entsteht durch Veränderungen im Nervensystem
Diese neuroplastischen Schmerzen sind real, messbar und behandelbar
Die Boulder-Studie zeigt: 66% Erfolgsrate mit einem psychologischen Ansatz
Es gibt konkrete, wissenschaftlich fundierte Wege aus dem Schmerz
Das bedeutet nicht:
Dass deine Schmerzen "nur im Kopf" sind
Dass du dir das einbildest
Dass du selbst schuld bist
Das bedeutet:
Dein Nervensystem hat gelernt, Schmerzen zu erzeugen
Und es kann auch lernen, damit aufzuhören
Du bist nicht "austherapiert" – vielleicht wurde bisher nur die falsche Ursache behandelt
Der nächste Schritt: Kostenlose Erstberatung
Du fragst dich, ob deine Rückenschmerzen neuroplastisch sein könnten?
Ich biete eine kostenlose Erstberatung an, in der wir gemeinsam schauen:
Passt dein Profil zu neuroplastischen Schmerzen?
Welche Ansätze könnten dir helfen?
Wie könnte ein individueller Weg aussehen?
Was sind die nächsten Schritte für dich?
Keine Verpflichtung, kein Verkaufsgespräch – nur eine fachliche Einschätzung und konkrete Orientierung.

Studien-Links:


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